Funkeln in den Augen, Schokolade im Herzen

Von Alina Helbing

Ein zarter Duft von Schokolade und Kakao liegt in der Luft, es herrscht eine angenehme Stille mit nur wenigen vereinzelten Gesprächen. Chocolaterie Verkäuferin Alisa steht in der einem Fachwerkhaus ähnelnden kleinen „Schokostube“ und taucht behutsam ein Vanillegebäckstück nach dem anderen in den dunkelbraunen Schokoladenbrunnen, der sie von der Größe her fast übertrumpft.

77052AB8-DB49-43BF-8A7E-3D8E8445D375

Sie streicht sich eine Haarsträhne aus dem Gesicht und lächelt, als neue Kundschaft den Laden betritt. Freundlich fragt sie, ob man Ihnen behilflich sein kann, woraufhin sie ihr Stübchen verlässt und die Kundschaft ins Hintere der Chocolaterie bringt. Neben hausgemachten Pralinen, Macarons und Nussecken sind auch ganz besondere Bremer Spezialitäten Teil des Repertoires in der Chocolaterie. Das Bremer Kaffeebrot, Bremer Kluten und die Eigenkreation „Schnoorkuller“ liegen auf einer extra Etagère und werden mit dem Bildchen der Bremer Stadtmusikanten geschmückt. Die Mittzwanzigerin berät die Kundschaft mit einem Lächeln auf den Lippen, lässt diese von den ein oder anderen Spezialitäten sogar probieren.

Ein Ehepaar betritt das Geschäft, kühle Luft kommt herein. Tür auf, Tür zu. „Guten Tag, darf ich Ihnen die hauseigene Kreation, die Schnoorkuller zum probieren anbieten?“, fragt sie die beiden freundlich. Sie reicht ihnen jeweils eine Kuller zum Probieren mit einer kleinen Patisserie-Zange, lächelt, nickt, wendet sich ab und geht in Richtung Tresen. Weiter entspannte Stille in der Stube.

C2362443-7CA6-4F96-B1E5-EA55926D6034

Nach einer Weile stöhnt sie jedoch kurz auf und erzählt, dass heute der anstrengendste Tag sei. Freitags ist immer besonders viel los, da das Wochenende beginnt und viele Touristen aber auch Einheimische in der Stadt unterwegs sind. Besonders beliebt ist die Lage der Schokostube im Schnoor Viertel. Das älteste Viertel Bremens umzeichnet viele kleine Häuser aus dem 15. und 16. Jahrhundert, die dicht aneinander gereiht sind. „Das Haus neben uns ist das älteste des ganzen Viertels und ist mit einer in den Stein gemauerten Verbindungstür mit dem Gebäude hier verbunden.“, erzählt Alisa stolz. „Oben ist auch noch der alte Getreidespeicher“, berichtet sie und zeigt auf den grün-hölzernen, bereits abgewetzten Treppenaufgang, der nach oben führt. In der Mitte des Aufgangs ist eine alte Holztür mit einem einfachem Schloss versehen und auch ein altes Grammophon und eine alte Drehorgel im Eingangsbereich geben der Stube „das gewisse Etwas“ von damals zurück.

C3AECD43-D81A-4CA2-86CE-507FBD1588E2

Seit erst zwei Jahren arbeitet Alisa in dem kleinen Schokoladengeschäft, davor hat sie eine Ausbildung zu einer Fachmarktangestellten gemacht. Durch gute Bekannte ist sie auf die Neueröffnung der „Schoko-Stube“ Anfang 2016 aufmerksam geworden. Wieso genau das Arbeiten in der Chocolaterie ihr liegt, verrät sie und lächelt dabei verschmitzt: „Naja, wenn ich ehrlich bin habe ich eine kleine Schwäche für Schokolade und vor allem für Pralinen aller Art. Besonders Trüffel und Marzipan liebe ich und wenn ich morgens früh ins Geschäft komme und die einzelnen Schokoladen Variationen sehe, springt mein Herz vor Freude auf und ich bin einfach glücklich.“

Neben feinen Pralinen und anderen schokoladigen Köstlichkeiten berichtet sie, dass es neben der „Schokostube“ auch noch die seit über 40 Jahren bestehende „Konditorei Café im Schnoor“ gibt. Hier werden vor allem Kuchen und Torten hergestellt. „Besonders wenn wir in der Konditorei Aufträge für Hochzeitstorten bekommen, geht mein Herz auf. Da will man doch am liebsten selbst heiraten!“ lacht sie. Sie nimmt die frisch zubereiteten hellen und dunklen Nougatringe von einem Blech und legt diese vorsichtig mit der Patisserie Zange unter eine gläserne Petit Fours Glocke. Auf die Nachfrage was ihr besonders gut an ihrem Beruf gefällt erwidert sie, dass es nur noch wenig alteingesessene Patisserien sowie Konfisserien gebe die alles von Hand herstellen und dies sehr schade wäre. „Ich bin auf jeden Fall sehr stolz darauf, in diesem altertümlichen Viertel auch noch in einem gut erhaltenen Haus zu stehen und die Stube mit meinen lieben Kollegen und unseren Kreationen wieder zum Leben zu Erwecken“, sagt sie mit funkelnden Augen. „Und Schokolade macht jeden glücklich!“

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden /  Ändern )

Google Foto

Du kommentierst mit Deinem Google-Konto. Abmelden /  Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden /  Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden /  Ändern )

Verbinde mit %s