Bonbonkonditor als Beruf

Von Annika Niemeier

Es ist Freitagnachmittag in Bremen und die Stadt ist voll von lachenden Menschen, die unter dem strahlend blauen Himmel mit Einkaufstüten bepackt umherschlendern und die warme Luft genießen. Viele drängen sich auch durch die schmalen Gassen, in denen der Schatten die Sonnenstrahlen verschluckt und wo Straßenmusiker ihr Glück mit wilden Melodien versuchen, die noch in der ganzen Straße zu hören sind. Neben dem Geruch von stark parfümierten Damen und Kaffeebohnen ist ein Duft wahrzunehmen, die ein paar kleine Kinder dazu bringt, ihre Eltern am Jackenzipfel in die Richtung zu ziehen aus der diese kommt: die Bremer Bonbonmanufaktor.

In dem kleinen Geschäft ist es gerammelt voll. Die meisten Kunden versammeln sich vor einer Glasscheibe, hinter der ein freundlich lächelnder Mann mit Bart die fertigen Bonbons abwiegt um siedann vorsichtig in kleine Glasbehälter füllt. Dennis Allerheiligen ist trotz des bestehenden Zeitdrucks sehr glücklich mit seinem Beruf als Konditor. Während er eine dunkle Flüssigkeit in einem Topf anrührt, erzählt er, dass er sich seine Zukunft in jungen Jahren ganz anders vorgestellt habe. Er grinst und sagt, dass er aber mit 17 an Geldnot gelitten und bei einer Konditorei angefangen habe, um selbstständiger zu sein. Diese Zeit hatte ihn dann zu seiner eigenen Überraschung so überzeugt, dass er sich dazu entschied, die Herstellung von Süßwaren zu seiner Lebensaufgabe zu machen. Dennis ist 32 und lebt zusammen mit seiner Frau in Bremen gezogen.

Er reicht einen Teller mit Bonbons über die Scheibe. Dann wendet er sich ab, nimmt die inzwischen dicke schwarze Masse aus dem Topf und beginnt, sie zu kneten und platt zu drücken. Nach kurzer Zeit dreht er sich wieder um und fängt den Blick eines kleinen Mädchens auf, das seine Nase gegen die Scheibe drückt und ihn mit großen Augen beobachtet. Er muss lachen, fährt sich durch seinen Bart und reicht auch ihr den Teller mit den Bonbons herrüber. Dann öffnet er eine Tür im hinteren Teil des Ladens und ist verschwunden.

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