„Was Bremen fehlt, ist ein Kaffee-Museum”

Von Samantha Gebhardt

Kaffeegeruch zieht durch die kleine circa 100 Meter lange Gasse, in der sich die Menschen in Scharen tummeln und die zahlreichen kleinen Geschäfte neugierig begutachten, während im Hintergrund zu voller Stunde ein Glockenspiel seine Melodie spielt. Am Ende der Gasse, in der das altertümliche Handwerk nach wie vor einen großen Stellenwert hat, ist auch Platz für die kleine, gemütliche Kaffeerösterei von Martin Büchler .

Der Kaffee habe schon immer geschmeckt, berichtet er, während er seine Brille hoch schiebt, ,,Doch irgendwann schmeckte mir der Kaffee aus dem Supermarkt nicht mehr.“ So arbeitete er in der einen oder anderen kleineren Rösterei, bis er selber nicht mehr mit der Röstart seiner Arbeitgeber zufrieden war. Dies nahm er als Anlass, einfach selber Kaffee zu rösten.

,,Seit 12 Jahren bin ich nun im Geschäft.” Ihm kommt es jedoch nicht so lang vor. Zuerst verkaufte er seinen Kaffee auf Sondermärkten und auf dem Domhof. Da sich das Geschäft nachhaltig zu lohnen schien, machte er sich auf die Suche nach einem Laden in der kleinen, verwinkelten Böttcherstraße. Er hoffte auf gute Chancen, da die Straße einst von Ludwig Roselius einem Kaffeekaufmann gegründet wurde.

WhatsApp Image 2018-10-06 at 11.28.45(2)„Früher”, berichtet er stolz, ,,roch es in Bremen nach drei Dingen: Fisch, Bier und Kaffee.” Mit funkelnden Augen und lebhaft gestikulierend erzählt er, dass seine Verwandten, die Seefahrer waren, selbst Kaffeebohnen von ihren Reisen mitbrachten und diese, nachdem sie handverlesen und geröstet wurden, dann sonntags als Kaffee auf den Tisch kamen. So machte er seine „Berufung zum Beruf‟, wie er sagt. Mit Stolz berichtet der 61-Jährige, dass er 2006 die Kaffeegesellschaft mbH gründete.

Er berichtet von dem ersten einheitlichen Kaffeegeschirr von „HAG‟ mit den klassischen Farben und der klassischen Schrift. Einige dieser Geschirre befinden sich in seinem Besitz. Alle seine Exemplare bewahrt der 61-Jährige in Vitrinen am Eingang seiner Rösterei auf, damit er deren Schönheit mit seinen Kunden teilen kann.

Durch eine gesicherte Glastür geht Büchler über eine Wendeltreppe in das Lager seines kleinen Geschäfts hinauf. Dort zeigt er stolz die Kaffeedosen der einzelnen Unternehmen, die er in all den Jahren gesammelt hat. Während er von der Geschichte der Kaffeestadt Bremen erzählt, wiederholt er oft die Frage: „Okay?‟. Er geht mehrmals darauf ein, wie wichtig es ist, dass die Kaffee-Geschichte bekannt bleibt. Doch eins fehlt ihm in Bremen: ein Kaffee-Museum. Der Kaffee ist, wie er hinzufügt, das zweit größte Handelsvolumen der Welt. Gerade deswegen wäre ein solches Museum von großer Bedeutung.

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In dem kleinen Café welches an die Rösterei angrenzt, hängen an verschiedenen Ecken kleine Schilder mit Informationen zu Kaffeehäusern der Region und deren Geschichte. Die Mischung aus Kaffeegeruch und die wohlige Atmosphäre in dem kleinen Café ziehen die Besucher der Böttcherstraße in „Büchlers Beste Bohne” um seinen Kaffee zu probieren.

 

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