Der Geruch von Kindheit

Von Charlien Sacher

„Wenn die Tüte heute nicht mehr leer wird, ist das gar kein Problem. Sie müssen das Popcorn nur luftdicht verpacken, sonst wird es pappig und klebt zusammen. Ich wünsche Ihnen viel Spaß damit!“

Es ist früher Freitagnachmittag. In der Markthalle 8 der Bremer Innenstadt herrscht reger Betrieb. Geschirr wird abgeräumt, Gläser klirren aneinander, Menschen unterhalten sich angeregt über ihren Arbeitstag. Aus einer Ecke steigt ein Geruch aus Kindertagen auf. Der Duft von Jahrmärkten, Rummel und viel zu vielen Süßigkeiten. Der süßliche Duft von frisch karamellisiertem Popcorn.

Herkunft dessen ist der hell beleuchtete Stand „GoldCorn – The finest Art of Popcorn“ mit großen Behältern voller karamellisiertem Popcorn.  Hier arbeitet die 57-jährige Barbara Buchfeld seit zwei Jahren für ihren Chef Thorsten Hobein.

Er hat vor acht Jahren das regionale Bremer Unternehmen gegründet, nachdem er während eines Amerikaurlaubs inspiriert wurde. Auf dieses Unternehmen ist sie durch die Freundin ihrer Tochter gestoßen, die bereits auf Messen für „GoldCorn“ warb. Von der Idee war Barbara Buchfeld dann so begeistert, dass sie ebenfalls dort anfing.

Auf ihrem Tresen stehen mehrere kleine Gefäße, gefüllt mit den unterschiedlichsten Arten von  Popcorn. „Zum Probieren“, fordern mehrere kleine Schilder die Besucher auf, sich mit einem Löffel an den Sorten wie „Spekulatius Caramel“, „Butter Caramel SeaSalt“ und „Dark Choccolate“ zu bedienen.  Niemand kommt an ihr vorbei, ohne von den kleinen Leckereien zu kosten.

Mit den neben ihr stehenden Trichtern, zeigt die blondhaarige Verkäuferin den Kunden die vier Phasen der Popcornherstellung, ohne daran ihre gute Laune zu verlieren.

„Unser Mais ist eine besondere Sorte, die aus Frankreich stammt“, erklärt Barbara Buchfeld, während sie eine kleine Papiertüte befüllt. Im zweiten und dritten Schritt werde dann der Mais mit Heißluft erhitzt und somit zum Aufpoppen gebracht. Das fertige Popcorn wird im Anschluss mit den kreativen Karamell-Geschmackssorten überzogen.

Entscheidet man sich nach der Verkostung nun für eine Variante, wird sie, je nach Wunsch, in drei unterschiedlich große Tüten abgefüllt. Bezahlt wird dann nach Gewicht: „Umso größer die Tüte, umso mehr spart man.“

Bedenken, dass dieses Produkt keinen Anklang finden wird, hat die 57-jährige nicht. Denn inzwischen beliefert das junge Unternehmen sogar zwei Kinos in Bremen sowie einige Supermärkte und auch in Hannovers Markthalle hat ein kleiner Stand eröffnet. Außerdem gäbe es da ja noch die Internetseite, auf der man das Popcorn auch bestellen könne.

Und so verkauft Babara Buchfeld weiter mit einem freundlichen Lächeln die Tüten voller Popcorn. Immer mit dem warnenden Hinweis, es auch ja luftdicht zu verpacken.

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