Schnoor 15

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Von Klaudia Glogowska

Das Schnoorviertel in Bremen. Uralte, eng aneinander gereihte Häuschen. Schmale Gänge voller Touristen. Überforderte Eltern. Eine Konditorei voller bunter Süßigkeiten. Ein Kind zieht ein Rucksack hinter sich her. Aus dem Rucksack schaut ein Stofftier raus. Es schreit hysterisch nach Süßigkeiten.

Doch in dem ganzen Chaos gibt es auch einen ruhigen Ort, der sich hinter einer kleinen, braunen Tür versteckt. Hinter der Tür des Brasilhaus. Schon durch eine Fensterscheibe sind bunt schimmernde Kunstwerke zu sehen. Diese erwecken die weißen Wände des alten Gebäudes zum Leben. Mit jedem weiteren Schritt in die Künstlergalerie werden die Geräusche der Vorbeigehenden immer leiser. Die Blicke der Besucher fallen auf die Kunstwerke wie Fotografien, Acrylbilder und Statuen. Fokussiert bewundern Touristen und Bremer die Gemälde.

Plötzlich flüchtet ins Büro eine braunhaarige Frau. Mit einem freundlichen Lächeln wird man von der Künstlerin Dagmar Meyer* (57). begrüßt. Sie hat heute ein Bild ihres Freundes Markus Müller* verkauft. Freundlich unterhält sie sich mit dem Käufer. Meyer ist Künstlerin mit Leidenschaft und erst seit wenigen Monaten in der Künstlergalerie A15 ist Meyer tätig. Schon als Kind hat sie gerne Fotos gemacht. ‚,Mein ganzes Leben hab ich die Kamera in der Hand gehabt‘‘, sagt sie. Sie fotografiert die verschiedensten Motive. Es fängt bei den Wolken an und endet bei Geburtstagen ihrer Freunde. Somit teilt sie Freude, da Menschen gerne eine Erinnerung aufgezeichnet behalten möchten. Abgesehen von Fotografien, beschäftigt sich Meyer auch gerne mit Acrylbildern und Statuen.

Das Künstlerhaus beschreibt sie als ein Experimentierfeld mit Eigenregie. Es wird nicht nur von ihr, sondern von einer Künstlergemeinschaft geführt. Mit zehn bis 15 Personen teilen sich die Künstler die Galerie wie eine Wohnung. Das Team ändert sich jedoch ständig. Ein Künstler raus, ein Künstler rein. Sie möchten sie sich dort präsentieren, bekannt werden, Aufträge bekommen. Das Ziel zu erreichen gelingt nur den wenigsten, verrät Meyer. Nur die berühmtesten Künstler könnten von der Kunst leben. Die Touristen kommen meist nur, um die Kunstwerke zu bewundern. Obwohl heute ein glücklicher Tag war, verkauft man manchmal Monate Nichts. Ein Nebenjob ist deshalb erforderlich. Trotzdem lächelt Dagmar Meyer freundlich und hofft auf das Beste.

*Der Name wurde von der Redaktion geändert

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